10.08.2018

Prävention von Geldwäsche

Was Immobilienmakler ihre Kunden fragen müssen

Immobilienmakler sind vom Gesetzgeber ausdrücklich verpflichtet, bei der Prävention und Aufdeckung von Geldwäschegeschäften mitzuwirken. So müssen sie im Rahmen der sogenannten „kundenbezogenen Sorgfaltspflichten“ bestimmte Angaben von ihren Kunden verlangen und diese auch überprüfen, bevor sie für diese tätig werden dürfen. Anderenfalls drohen Bußgelder bis zu 100.000 Euro.

Betroffen sind nur Kunden, die sich für den Kauf einer Immobilie interessieren, keine Mietinteressenten. Der Grund dafür ist, dass Immobilienkäufe gerne genutzt werden, um illegal erworbenes Geld in den regulären Wirtschaftskreislauf einzuspeisen und seine Herkunft zu verschleiern. Kunden sind gesetzlich zur Mitwirkung verpflichtet.

Risikoanalyse

Makler gestalten die Maßnahmen so schlank, wie es die gesetzlichen Vorgaben zulassen. Basis dafür ist die Risikoanalyse, die der behördlichen Überprüfung standhalten muss. Das bedeutet, dass die an die Kunden gerichteten Fragen in angemessener Weise darauf abstellen, ob Geschäfts- und Kundenprofil ein geringes, mittleres oder hohes Risiko für Geldwäschegeschäfte aufweisen. Beispielsweise zählt der Kauf einer eigengenutzten Wohnimmobilie zu den geringen Risiken, der Kauf einer Gewerbeimmobilie zu den mittleren Risiken, politisch exponierte Personen oder Kunden aus bestimmten Drittstaaten („Panama“ …) zählen zu den Vertragspartnern mit hohem Risiko.

Identifizierung des Vertragspartners (Kunden)

  • Name mit sämtlichen Vornamen der natürlichen Person; bei juristischen Personen oder Personengesellschaften die Unternehmensdaten (Name, Rechtsform, Registernummer, gesetzliche Vertreter); bei einer juristischen Person wird auch der wirtschaftlich Berechtigte identifiziert: das ist die natürliche Person, die mehr als 25 % der Firmenanteile hält
  • Geburtsort und -datum sowie Nationalität und Ausweis (nur Personalausweis oder Pass, Ausweisnummer, ausstellende Behörde)
  • bei Unternehmen Registerauszug
  • Anschrift mit Straße (KEIN Postfach)
  • Angabe zum Zweck und zur angestrebten Art der Geschäftsbeziehung.

Die Daten müssen vorliegen, sobald die Geschäftsbeziehung zwischen Makler und Interessenten zustande kommt. Das heißt, bereits bei der Beauftragung zur Suche einer geeigneten Immobilie oder ggf. – ohne Suche – bei der Vermittlung des Eigentümers zur Anbahnung des Kaufvertrages.

Überprüfung

Der Ausweis bzw. der Registerauszug müssen im Original, in beglaubigter Kopie oder im Postident-Verfahren zugänglich gemacht werden. Bei persönlicher Vorlage darf das Original kopiert und zu den Akten genommen werden. 

Drucken